Timeline & Deadlines

Alle wichtigen Fristen und Meilensteine des EU AI Acts im Überblick. Bereiten Sie Ihr Unternehmen rechtzeitig vor.

Die wichtigsten EU-AI-Act-Fristen kurz erklärt

Der EU AI Act (Verordnung (EU) 2024/1689) ist am 1. August 2024 in Kraft getreten. Seit dem 2. Februar 2025 gelten die Pflicht zur KI-Kompetenz (Art. 4) sowie die Verbote bestimmter KI-Praktiken. Die Vorschriften zu KI-Modellen mit allgemeinem Verwendungszweck (GPAI) greifen ab dem 2. August 2025. Am 2. August 2026 beginnt die behördliche Durchsetzung der KI-Kompetenzpflicht – in Deutschland durch die Bundesnetzagentur (KoKIVO). Der Digital Omnibus (formal angenommen: EP 16. Juni 2026, Rat 29. Juni 2026; Inkrafttreten mit Veröffentlichung im EU-Amtsblatt, erwartet Juli 2026) verschiebt die Hochrisiko-Pflichten auf den 2. Dezember 2027 (Anhang III) bzw. 2. August 2028 (Anhang I) – die Art.-4-Pflicht ist davon nicht erfasst. Bei Verstößen drohen Bußgelder von bis zu 35 Mio. € oder 7 % des weltweiten Jahresumsatzes (Art. 99).

Quelle: Rat der EU – Pressemitteilung zur Annahme des Digital Omnibus (29. Juni 2026)

1. August 2024 – Grundstein gelegt

  • AI Act tritt offiziell in Kraft
  • Noch keine Verpflichtungen für Unternehmen
  • Start der Vorbereitungszeit
  • Bestandsaufnahme der genutzten KI-Systeme
  • Sensibilisierung von Geschäftsführung & Mitarbeitenden

2. August 2024 – Behördenbenennung

  • EU-Mitgliedstaaten müssen Behörden für Grundrechtsschutz benennen
  • Bekanntgabe der zuständigen Behörden in Deutschland beobachten

2. Februar 2025 – Erste Verbindlichkeiten / Verbote

Frist: 31. Januar 2025

  • Biometrische Fernidentifikation in öffentlichen Räumen verboten
  • Emotionale Manipulation durch KI verboten
  • Social Scoring durch Behörden verboten
  • Vorhersage von Straftaten durch Profiling verboten
  • Alle KI-Systeme auf verbotene Praktiken prüfen
  • Juristische Beratung einholen

2. August 2025 – Nationale Behörden & GPAI-Verhaltenskodizes

  • Mitgliedstaaten müssen Marktüberwachungsbehörden benennen
  • GPAI-Verhaltenskodizes (für GPT, Claude etc.) müssen fertig sein
  • Aufsichtsstrukturen prüfen
  • Standards für große KI-Modelle beachten

2. August 2026 – Behördliche Durchsetzung der KI-Kompetenzpflicht (Art. 4)

Frist: 1. August 2026

  • Die Bundesnetzagentur wird zentrale Marktüberwachungsbehörde (KI-Durchführungsgesetz)
  • Das dort angesiedelte KoKIVO (Koordinierungs- und Kompetenzzentrum für die KI-Verordnung) setzt die Art.-4-Pflicht durch
  • Die KI-Kompetenzpflicht gilt bereits seit dem 2. Februar 2025 und wurde durch den Digital Omnibus NICHT verschoben
  • Bei fehlender KI-Kompetenz drohen Bußgelder sowie Haftungs- und Reputationsrisiken
  • Mitarbeitende nachweisbar zur KI-Kompetenz schulen
  • Schulungsnachweise für Behörden und Audits dokumentieren
  • Bestandsaufnahme der genutzten KI-Systeme aktuell halten

2. Dezember 2026 – Neue Verbote & Kennzeichnungspflichten

  • Neue Verbote (Art. 5): sexuelle Deepfakes/Nudifier-Apps ohne Einwilligung sowie KI-erzeugtes Missbrauchsmaterial
  • Transparenz-Kennzeichnungspflichten (Art. 50) für KI-generierte Inhalte und Deepfakes greifen
  • Veröffentlichte KI-Inhalte als KI-generiert kennzeichnen
  • Interne KI-Richtlinie um die neuen Verbote ergänzen

2. August 2027 – KI-Reallabore (Sandboxes) & GPAI-Compliance

  • Mitgliedstaaten müssen mindestens ein nationales KI-Reallabor bereitstellen (per Digital Omnibus von 2026 verschoben)
  • Neues EU-Reallabor beim AI Office mit bevorzugtem Zugang für KMU und Start-ups
  • GPAI-Modelle, die vor August 2025 am Markt waren, müssen vollständig compliant sein
  • Nutzung der Reallabore zum risikofreien Testen
  • Compliance für große Sprachmodelle prüfen

2. Dezember 2027 – Hochrisiko-Pflichten nach Anhang III

  • Personalwesen (Recruiting, Mitarbeiterbewertung)
  • Kreditwürdigkeitsprüfung
  • Bildung & Zugang
  • Kritische Infrastruktur
  • Biometrische Systeme
  • Risikobewertung aller KI-Systeme
  • Technische Dokumentation erstellen
  • Qualitätsmanagementsystem einführen
  • Compliance-Verfahren implementieren

2. August 2028 – Hochrisiko-Pflichten nach Anhang I & Evaluierung

  • Pflichten für KI in regulierten Produkten (Anhang I, z. B. Maschinen, Medizinprodukte) greifen
  • EU prüft Wirksamkeit & Praxisfeedback der Verordnung
  • Konformitätsbewertung für KI in regulierten Produkten vorbereiten
  • Eigene Erfahrungen sammeln & an Behörden melden

2. August 2029 – Vierjährliche Überprüfung

  • Regelmäßige Evaluierung & Anpassung der Verordnung

31. Dezember 2030 – Finale Frist für IT-Großsysteme

  • Betrifft Unternehmen mit Behörden-IT-Zusammenarbeit